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Cygnus


gif

Abkürzung:
Cyg
Deutscher Name:
Schwan
(Kreuz des Nordens)
Koordinaten
vgl. Sterndaten
vgl. Objektdaten

Besonderheiten:

Allgemein:

Ein gut sichtbares Sternbild der nördlichen Hemisphäre. Man zählt es zu der Herkules Sternbild Familie. Die Sterne, die den Körper des Schwanes bilden, zeigen eine große Ähnlichkeit mit einem Kreuz auf, so daß man manchmal auch die Bezeichnung Kreuz des Nordens für dieses Sternbild findet. Der hellste Stern (Spektraltyp A2Iae; Helligkeit: 1.25 Magnituden), alpha Cyg, auch Deneb genannt (arab.: der Schwanz), gehört zu den 20 hellsten Sternen am Himmel.
Die nördliche Grenze von Cygnus reicht bis zu DECL=+60 Grad hinauf; im Süden erstreckt es sich hinunter bis zu DECL=+28 Grad. Vom Westen zum Osten liegt es zwischen RA=22h und RA=19h 10m (im Durchschnitt).
Auf diesem Bild kann man sehen, wie man sich den Schwan vorstellen kann.

Sterne und andere Objekte

Beobachtet man die Sterne in Cygnus, dann ist der Doppelstern beta Cyg, auch Albireo (arab.: der Schnabel) genannt, ein absolutes Muß. Er zählt zu den farblich schönsten Doppelsternen, ein wahres Prachtstück am Himmel. Schon ein Fernglas genügt, um den rötlich schimmernden Riesen (3.08 mag) und seinen blau-weißen Begleiter (5.11 mag) zu trennen. Die hellere Komponente ist selbst wieder ein Doppel: ein K3II und ein B0.5 Hauptreihenstern erscheinen allerdings in einem Amateurtelescop als ein Stern.
Der Stern gamma Cyg (das 'Brustbein' Sadr) scheint ebenfalls ein Doppelstern zu sein. Dies ist jedoch kein geeignetes Objekt für Amateurteleskope mit geringem Auflösungsvermögen.
Der Doppelstern delta Cyg besteht aus einem B9.5 Unteriesen und einem F1 Hauptreihenstern. Die beiden Sterne zeigen eine Umlaufszeit von 300 Jahren. Die Helligkeit der beiden Sterne liegen um 5 Magnituden auseinander.
Betrachtet man den oragen Stern 4. Größe omicron 1 Cyg durch ein Fernglas, so bildet er ein schönes weites Doppelforms mit 30 Cyg. Näher an omicron 1 Cyg liegt der echte Begleiter dieses Sternes, ein blauer Stern 7. Größe. Die beiden Sterne umlaufen und bedecken einander alle 10.5 Jahre. Ohne zusätzliche Hilfsmittel ist die Veränderung in der Helligkeit nicht feststellbar, denn sie beträgt nur wenige Zehntel einer Magnitude.
Das Doppel 61 Cyg wurde nicht nur deshalb bekannt, weil es ein attraktives und leicht auflösbares Objekt für kleine Teleskope darstellt, sondern auch weil er in einer Entfernung von lediglich 11.1 Lichtjahren liegt. Er war der erste Stern, dessen Entfernung bestimmt worden war. Das Paar besteht aus zwei orangen Zwergsternen 5. und 6. Größe.
Alle 407 Tage variiert die Helligkeit von chi Cyg von 12 Magnituden bis hinauf zu 4 oder 5 Magnituden.
In der Vergangenheit leuchtete P Cyg mit einer Helligkeit bis zu 3 Magnituden auf. Für gewöhnlich zeigt dieser blaue Stern ein Helligkeit von 4.81 Magnituden. Man kann dieses Verhalten dadurch erklären, daß dieser Stern in Schüben Schalen von Gas seiner Atmosphäre abstößt. Im Spektrum des Sternes fallen eigenartige Linienprofile der Absorptionslinien auf: Statt eines mehr oder weniger symmetrischen Linienprofiles sieht man breite Tröge mit einem Emissionspeak an der langwelligen Seite der Linie. Untersuchungen mit Hilfe von Satelliten haben gezeigt, daß unterhalb von 2000 Angstroem viele O- und B-Sterne diese Art von Linien in ihren Sprektren aufweisen. Dies ist ein derart typisches Phänomen, daß P Cygni einer eigenen Klasse von Sternen seinen Namen gab, die P Cygni Sterne (jedoch sind diese novaähnlichen Ausbrüche keineswegs typisch für diese Sterne; P Cygni ist etwas Besonderes).
Der veränderliche Stern SS Cyg sollte in der Gunst eines jeden Amateurs stehen. Innerhalb von 50 Tagen zeigt die Helligkeit ein starkes Absteigen bzw. Abfallen (auf einer etwas irregulären Basis). Es kann vorkommen, daß sich die Helligkeit innerhalb von zwei bis drei Stunden deutlich ändert.
Betrachtet man den planetarischen Nebel NGC 6826, so scheint er zu blinzeln. Je nach dem, ob man ihn direkt ansieht oder von ihm fortschaut, scheint er sich ein- und auszuschalten. Diese Eigenschaft gab im den Spitznamen Blinzelnder Nebel. Der Nebel besitzt eine Helligkeit von etwa 8 Magnituden und man muß schon ein Teleskop mit einer Apertur von mindestens 75 mm benutzen, um die blass-blaue Scheibe zu sehen. Er befindet sich nahe bei theta Cyg (östlich davon). Innerhalb eines Grades von diesem Nebel findet man einen weiteren Doppelstern, der sich gut für kleine Fernrohre eignet, 16 Cyg.
Der planetarische Nebel NGC 7072 zeigt eine etwas irreguläre Form. Seine vier hellen Verdichtungen machen ihn zu einem interessanten Beobachtungsobjekt.
Der diffuse Nebel NGC 6960 markiert die westliche Hälfte eines schwachen Nebels, der manchmal Kranz, manchmal Schleife oder auch Netzwerk genant wird. Am besten jedoch ist er unter dem Namen Schleier Nebel bekannt. Vor mehr als 50000 Jahren explodierte ein Stern in einer Supernova südlich von epsilon Cyg, nahe der südlichen Grenze von Cygnus. Heutzutage bildet das nachleuchtende Gas einen großen, kreisförmigen Nebel. Auch der östliche und hellere Teil dieses Nebels besitzt seine eigene NGC Nummer NGC 6992. Er ist eine Herausforderung für ein gutes Fernglas. Man benötigt beste Beobachtungsbedingen, um ihn zu sehen. Mit einem Weitwinkel-Teleskop kann man bei einer geringen Auflösung NGC 6992 beobachten. Der gesamte Nebel ist jedoch zu schwach, um beobachtet zu werden; man kann ihn nur auf langbelichteten Photographien im ganzen betrachten.
Östlich von alpha Cyg liegt der berühmte Nord Amerika Nebel, NGC 7000. Obwohl er ziemlich groß ist, handelt es sich bei ihm wegen seiner geringen Oberflächenhelligkeit um ein für die Beobachtung schwieriges Objekt. In einer klaren und dunklen Nacht kann man ihn mit etwas Glück mit einem Fernglas beobachten.
Nahe bei NGC 7000 befindet sich der Pelikan Nebel, I 5070. Dieser Nebel, ebenso wie sein Nachbar, I 5067, ist extrem lichtschwach für teleskopische Beoabachtungen. Lang belichtete Aufnahmen zeigen jedoch, daß auch sie interessante Objekte sind.
Betrachtet man diese Region in einer klaren Nacht, entdeckt man, daß hier die Milchstraße in zwei Teile geteilt ist. Eine Gasse bestehend aus interstellarem Staub absorbiert einen guten Teil des Sternenlichtes. Diese Gasse ist als Die Cygnus Spalte oder auch als der Nördliche Kohlsack bekannt.
Nahe an gamma Cyg findet an den offenen Sternhaufen M29. Seine 50 Mitgliedssterne bilden eine nicht allzu eindrucksvollen Sternengruppe.
Etwa neun Grad Ost und etwas nördlich von alpha Cyg befindet sich der offene Sternhaufen M39. Nur etwa 50 Sterne gehören zu diesem recht ausgedehnten Sternhaufen, der dadurch ein etwas loses Erscheinungsbild aufweist. Weitere Einzelheiten über beide Messierobjekte kann man in der Messier Datensammlung nachlesen.
Ebenfalls nahe bei gamma Cyg befindet sich einer der stärksten Radioquellen, die die Astronomen kennen, Cygnus A. Dieses Objekt liegt weit jenseits all dessen, was ein Amateurteleskop noch auflösen kann. Es handelt sich um eine Radiogalaxie von 18. Größe. Auf lang belichteten Aufnahmen sieht man ein Paar von faserig aussehender Blasen. Entweder erleidet diese Galaxie gerade eine Explosion oder einen Zusammenstoß mit einer anderen Galaxie. Weitere Informationen und Bilder findet man hier.
Sollten Schwarze Löcher wirklich existieren, dann ist Cygnus X-1 das erste, das je identifiziert worden ist (es befindet sich bei eta Cyg). Die Existenz dieses Sternes wurde 1972/73 aufgrund seiner starken Röntgenstrahlung entdeckt. Gas, das auf den Stern zuströmt, wird so stark aufgeheizt, daß es Strahlung im Röntgenbereich des Spektrums aussendet. Die Signale von Cygnus X-1 zeigen keinerlei Periodizitäten. Sie sind völlig irregulär und variieren im Bereich von Tausendstel von Sekunden. Dies deutet darauf hin, daß es sich um ein sehr kompaktes Objekt handeln muß. Dies und die Tatsache, daß man keine Hinweise auf Bedeckungen in dem Spektrum finden konnte, machte die Entscheidung, inwiefern es sich um ein Doppelsternsystem handelt, sehr schwierig. Hochpräzisionsmessungen waren notwendig, um den Stern 13. Größe HDE 226868 an der Position des Röntgenquelle zu finden. Das Spektrum dieses Sternes zeigt die für Doppelsterne typische Dopplerverschiebung. Die beiden Sterne umkreisen einander alle 5.6 Tage. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um eine Amateurobjekt. Weitere Informationen findet man in einem Artikel des Observatoriums der Jagiellonischen Universität in Krakau.
In dem Zeitraum vom 26. September bis zum 10. Oktober scheint der Meteorschauer October Cygniden aktiv zu sein.
Recht lange ist der Meteorschauer der Kappa Cygniden activ: vom 26. Juli bis zum 1. September. Das Maximum der Schaueraktivität scheint um den 18. August stattzufinden. Die mittlere Rate beträgt 6 Meteore pro Stunde. Detailierte Informationen sowie Beobachtungsdaten findet man in der Datensammlung zu Meteorschauern von Gary Kronk.

Mythologischer Hintergrund:

Cygnus, der Schwan, ist einer der beiden Vögel, die von Herkules gejagt werden (Aquila, der Adler, ist der zweite). Doch wie es aussieht, haben die beiden Vögel Glück bei ihrer Flucht. Man nimmt an, daß diese Vögel (zusammen mit einem dritten, dem Geier - heutzutage das Sternbild Lyra, die Leier) die Stymphalischen Vögel repräsentieren - eine der zwölf Aufgaben des Herkules. (Vgl.: Peterson Field Guide to the Stars)



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C. Kronberg --- 97/07/05 --- smil@agleia.de