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Ursa Maioris


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Abkürzung:
UMa
Deutscher Name:
Großer Bär
(Großer Wagen)
Koordinaten
vgl. Sterndaten


Besonderheiten:

Allgemeines:

Sternbild der nördlichen Hemisphäre; in Mitteleuropa sieht man dieses Sternbild nie untergehen.
Ursa Major ist gut dazu geeignet, weitere Sterne und Sternbilder am Himmel zu finden:
Folgt man der gedachten Linie von alpha UMa nach beta UMa (in Richtung von beta nach alpha) so findet man den Polarstern (Polaris, Alphastern im Kleinen Wagen).
Zum Sternbild des Fuhrmann (Auriga) findet man, indem man der gedachten Linie von delta UMa nach alpha UMa weiter folgt. Sie führt direkt zu alpha Aur (Capella).
Zieht man die Linie von delta UMa nach beta UMa weiter, so findet man alpha Gem (Castor im Sternbild der Zwillinge).
In diesem Sternbild befindet sich der wohl bekannteste Asterismus, der Große Wagen; er wird von den Sternen alpha UMa, beta UMa, gamma UMa, delta UMa, epsilon UMa, zeta UMa und eta UMa gebildet.
Zusätzliche Sternenkarte:

Karte mit weiteren Himmelsobjekten

Sterne und andere Objekte:

Das Vielfach-Sternsystem zeta UMa (Mizar genannt - von dem arabischen Word für Gürtel) gehört zu den bekanntesten Sternen am Nachthimmel. Die Helligkeit dieser Gruppe beträgt etwa 2.4 Magnituden; unter sehr guten Bedingungen kann man daher sogar mit bloßem Auge den Begleiter 4. Größe, names 'Alcor' oder 80 UMa, erkennen (unter weniger guten Bedingungen genügt bereits ein einfaches Fernglas). Mit kleineren Fernrohren kann man sogar einen weiteren Stern 4. Größr auflösen. Jeder dieser Sterne bildet jeweils wieder einen spektroskopischen Doppelstern.
Xi UMa ist ein Doppelsternsystem, dessen Umlaufzeit etwa 60 Jahre beträgt. AN dem Punkt, an dem beide Sterne scheinbar am weitesten von einander entfernt sind (wie es 1975 der Fall war), ist es möglich, sie in kleineren Teleskopen aufzulösen; befinden sie sich jedoch in einer Position, in der sie von der Erde aus betrachtet am nächsten zusammenstehen (wie 1992), muß man schon auf Fernrohre mit einer Apertur von mindestens 15 cm zurückgreifen, um die Komponenten zu trennen.
Selbst in kleineren Fernrohren ist M81 eine Beobachtung wert. Auf Photographien zeigt sich eine der schönsten Spiralgalaxien am Himmel. Für weitergehende Informationen zu M81 und M82 ist die Messier Datenbank zu empfehlen.

Mythologischer Hintergrund:

Nach den Überlieferungen der griechischen Mythologie sah der Göttervater Zeus eines Tages ein wunderschönes Mädchen, die Nymphe Kallisto, und verliebte sich in sie. Aber Kallisto gehörte zu den Jungfrauen im Gefolge der jungfräulichen Göttin der Jagd, Diana. Um sich nun Kallisto nähern zu können, ohne ihr Mißtrauen zu wecken, näherte sich Zeus ihr in der Gestalt von Diana. Auf diese Weise getäuscht, konnte er Kallisto übewältigen und ihr die Unschuld rauben.
Sobald Diana sah, was geschehen war (Kallisto war ganz offensichtlich schwanger als Diana mit ihrem Gefolge ein Bad nahm), schickte sie Kallisto fort. Schlimmer jedoch war, daß inzwischen auch Hera, die Gemahlin des Zeus, von Kallisto und ihrem neugeborenen Sohn Arkas gehöhrt hatte. In ihrem Ärger und ihrer Eifersucht verwandlete sie Kallisto in einen Bären.
Jahre später traf Kallisto, noch immer in der Gestalt eines Bären, ihren Sohn Arkas, der sie jedoch natürlich nicht erkannte. In seiner Angst, versuchte er dieses Tier zu töten, aber bevor es geschehen konnte, daß der Sohn die Mutter tötet, entführte Zeus beide und gab ihnen einen Platz unter den Sternen und machte sie zu zwei benachbarten Sternbildern.
Als Hera ihre Rivalin unter den Sternen funkeln sah, wurde sie fürchterlich wütend; sie wandte sich hinab zu dem Ozean, zu Okeanos und Tethys und klagte beiden ihr Leid. Die erbat sich einen Gefallen, nämlich, daß der Bär niemals das Wasser erreichen könne, um sich zu erfrischen. Und tatsächlich berührt in den nördlichen Breiten das Sternbild des Großen Bären niemals das Meer.
(Diese Geschichte findet man z.Bsp. in den "Metamorphosen, Buch II" des römischen Dichters Ovid (Publius Ovidius Naso, 43 v.Chr. bis 17 n.Chr.). Interessanterweise spricht er von den 'sieben Sternen' des Bären'. Daraus kann man folgern, daß in jenen Zeiten lediglich die sieben Sterne, die heute den Asterismus des Großen Wagens bilden, dieses Sternbild formten. Obwohl man auch heute noch diese Gruppe als den Großen Bären bezeichnet, ist dieses Sternbild doch ein weing weiter ausgedehnt.)


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C. Kronberg --- 97/12/03 --- smil@agleia.de