m22.jpg M 22

Kugelsternhaufen M 22 (NGC 6656), Klasse VII, in Schützen

Dies war wahrscheinlich der erste Kugelsternhaufen, der entdeckt worden ist (von A. Ihle im Jahr 1665). Laut Kenneth Glyn Jones nimmt man an, daß Hevelius ihn vielleicht schon früher gesehen hat. Dieser Kugelsternhaufen befand sich auch in Halley's Liste vn sechs Objekten, die 1715 veröffentlicht worden ist, und war auch von De Cheseaux (seine No. 17) und Le Gentil sowie auch von Abbe Nicholas Louis de la Caille, der ihn in seinen Katalog der südlichen Objekte als Lacaille I.12 mitaufnahm, beobachtet worden. Messier behauptet, daß er sich ebenfalls in Bevis' English Atlas befindet.

Es handelt sich dabei um ein sehr bemerkenswertes Objekt; bei einer Entfernung von 10000 Lichtjahren entspricht sein Winkeldurchmesser von 24 Bogenminuten einem realen Durchmesser von etwa 65 Lichtjahren. Da er heller als der Kugelsternhaufen im Herkules, M 13 ist, kann man M 22 mit bloßem Auge sehen, solange sich ein Beobachter nicht zu hoch im Norden befindet; er wird lediglich von zwei südlichen Sternhaufen an Helligkeit übertroffen, die sich allerdings nicht im Messier Katalog befinden: Omega Centauri (NGC 5139) und 47 Tucanae (NGC 104) - das spiegelt auch die Rangfolge der vier hellsten Objekte am Himmel wieder.

M 22 gehört mit zu den näheren Kugelsternhaufen. Obwohl Shapley und Pease 70000 Sterne in dieser großen Sternansammlung gezählt haben, ist der Zahl der aufgefundenen veänderlichen Sterne mit 32 verhältmismäßig gering; von diesen war die Hälfte bereits Bailey 1902 bekannt (unter diesen Sternen befindet sich auch ein Mira - Veränderlicher mit langer Periode, doch er gehört wahrscheinlich nicht zu dem Sternhaufen). Die hellsten Sterne sind 11 Größe. Im ganzen verteilen sich die Sterne auf eine Region mit 200 Lichtjahren Durchmesser; der Sternhaufen entfernt sich von uns mit einer Geschwindigkeit von 144 km/s.

Weitere Bilder von M22

Weiterhin ist der Sternhaufen zu erwähnen, da er einen schwachen planetarischen Nebel enthält, der von dem Infrarot-Satelliten IRAS entdeckt worden ist; wir haben auch Bilder dieses planetarischen Nebels von George Jacoby's Sampler planetarischer Nebel.

Für den Beobachter ist interessant, daß M 22 weniger als ein Grad von der Ekliptik entfernt ist, so daß es zu recht häufigen Bedeckungen mit den Planeten kommt.

Rektaszension 18 : 36.4 (Stunden : Minuten)
Deklination -23 : 54 (Grad : Minuten)
Entfernung 10.1 (*1000 Lichtjahre)
Visuelle Helligkeit 5.9
Scheinbare Ausdehnung 24.0 (Bogenminuten)

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Aktualisiert von:
Hartmut Frommert (spider@seds.org)
Übersetzt von:
C. Kronberg --- 96/07/27 --- smil@agleia.de